Folgende Gedankenzusammenfassung entstand kurz nach dem Boxkampf Klitschko gegen Chagaev am 20. Juni 2009.
Warum zur Hölle schickt RTL geschätzte zwei Wochen vor einem Boxkampf ein Kamerateam mit Wladimir Klitschko in irgendeinen Steinbruch, um den Zunamen „Dr. Stealhammer“ zu rechtfertigen?
Man mag RTL die „drumherum“-Berichterstattung zubilligen, doch irgendwann wirds peinlich. Wenn Wladimir Klitschko auf irgendeiner Steigebene einer Bergwerkmaschine Liegestütze tätigt, er in peinlichster Pose sinnlos auf ein Stück Stahl einhämmert, damit im Prinzip auch in „Mein Leben“ auftreten könnte; dann frage ich mich ob es nur eine Selbstbeweihräucherung im Sinne ist von
„WIR hier bei RTL, WIR konnten uns die Rechte leisten! Und der Kampf findet auch noch AUF SCHALKE statt, und wir schaffen es sogar schamlos, dies sinnlos ungefähr 600-mal zu wiederholen!“
Ganz große Klasse.

Der Kommentar zu erwähnter Szene im Stile von “Du bist Deutschland” irritiert zuerst nur, bevor er nervt. “Du hast dich vorbereitet. Du hast dein Ziel vor Augen. Du wirst alles tun um zu gewinnen.” und weiteres ertönt da ernsthaft, während Klitschko Liegestütze im Dreck tätigt. (Update nach dem Formel-1-Rennen am 21. Juni: Die gleiche “tolle Idee” hat irgendein RTL-Sportredakteur auch bei der Formel-1 Ausstrahlung angebracht, wieder lediglich mit dem absoluten Favoriten des Sportereignisses, also Sebastion Vettel in diesem Fall.)
Es mutet so an, besonders wenn man sich nach einer „guten Runde“ von Ruslan Chagaev fragt, ob der Kampf eine Wendung erfährt, und einem dann nach der Werbung die Meldung entgegenspringt, er habe aufgegeben. Der Kommentator bringt „toller Kampf!“ einige Male an, um die Wertigkeit des Kampfes zu untermalen…
Kai Ebel tut sein Übriges, die Nicht-Qualität seiner Moderationsfähigkeiten von der Formel 1 auch zum Boxen zu übertragen.
Einige Minuten Fernsehen bestätigen mich immer wieder: Es lohnt sich nicht. Oder zumindest nicht des Fernseherlebnisses willen, sondern eher für einen Grund, den Rest der Welt etwas zu bestaunen. (Die Ausnahme bilden hier sicher einige wenige Serien, ich beziehe mich auf die 99 anderen Prozent des Programms.)
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Erst einmal Glückwunsch zum neuen Blog!
Ich bin nun kein regelmäßiger Konsument des täglichen Fernsehprogrammes und kann somit die am Ende des Eintrages getroffene Aussage über das allgemeine Fernsehschauen „Es lohnt sich nicht.“ nicht bewerten. Allerdings würde ich mich als sehr Sportinteressiert bezeichnen und möchte deshalb bei diesem Beitrag einmal einhaken.
Zunächst muss ich gestehen, dass ich den Boxkampf von Wladimir nicht gesehen habe, aber das in dem Blogbeitrag beschriebene Desaster der Sportberichterstattung auf RTL im März bei dem Boxkampf zwischen Vitali und Juan Carlos Gomez genießen durfte.
Beginne ich mit ein paar Fakten zum vielleicht wirklich knallharten Geschäft der privaten TV-Sender, um auch bei mir selber etwas um Verständnis zu werben für eine solch katastrophale Darstellung des (Box)Sports: Privatsender finanzieren sich über Werbeeinnahmen, Sportevents gehören seit Jahrzehnten zu den Quotenbringern im deutschen TV und umso besser die Quote, umso besser lassen sich die Werbeblöcke vermarkten. In Jahren einer Fußball WM oder EM(gekoppelt mit Olympia) nehmen Sportliveübertragungen die Top10 der Jahreseinschaltquoten in Deutschland ein, die Übertragungsrechte sind dadurch entsprechend teuer. Daraus lässt sich ableiten das Sportübertragungen im Gegensatz zu Politiksendungen, oder Spielshows wie „Wetten das..?“ (oder Events von Stefan Raab) sehr lukrativ sind. RTL hat gleich zwei Sportarten in seinem Programm, die neben Fußball wirklich gut laufen, dass ist die Formel 1(noch) und das Boxen.
Wenn man jetzt aber meint (und da beginnt meine Kritik) die hohen Quoten bei der werberelevanten Zielgruppe und die teuer verkaufte Sendezeit der Werbung befähigt RTL auch gute, oder zumindest für das Resort „Sport“ ausgebildete Moderatoren und Reporter zu verpflichten, hat man sich getäuscht (vielleicht gibt es auch zu wenige?!?). Sieht man wohlwollend über diese Unzulänglichkeiten hinweg, da man ja das Sportereignis an sich genießen möchte und gesteht wie im Blogeintrag treffend bemerkt RTL auch die melodramatische Vorberichterstattung zu(kurzer Einschub: das macht für den Sender Sinn, da er die Rechte an der Übertragung gekauft hat und so aus den maximal 12 Runden Boxkampf mit einem minimalen finanziellen Mehraufwand fast einen ganzen Abend füllen kann; mit einem Marktanteil von 48%!! und wen dies stört, kann ja auch erst zum unmittelbaren Beginn des Kampfes zuschalten) bleibt für mich immer noch der alles zerstörende Faktor WERBUNG.
Klar sind für den Sender die Werbezeiten zwischen den Runden „Gold“ wert, aber damit wird dem Zuschauer jeglicher Spaß geraubt. Für mich ist Boxen nicht die spannendste Sportart der Welt, aber wenn ich schon einen Boxkampf schaue, möchte ich in den Rundenpausen vielleicht die ein oder andere Zeitlupe sehen, die Traineransagen in den Ecken mithören, oder wie wohl in dem hier Zugrundeliegenden Kampf die entscheidende Szene, das Technische KO, miterleben und nicht von RTL als Liveberichterstatter nachgereicht bekommen!
Die konsequente, bis in die letzte Sekunde ausgenutzte Zeit für Werbung macht das ganze TV-Erlebnis Sport kaputt, zumindest eine Split Screen-Werbung kann der Zuschauer, welcher eh schon mehr als tolerant, oder angeheitert sein muss, erwarten!
Vielen Dank!
Die Melodramatik der Vorberichterstattung könnte für meinen Geschmack allerdings etwas weniger peinlich sein ;-)
Ein wichtiger Punkt ist tatsächlich der, dass RTL grade die Rundenpausen nutzen könnte, um den Inhalt des Kampfes weiter zu pushen, interessant zu machen.
Dies wäre wohl die “nachhaltige” Möglichkeit, im Gegensatz zum schnellen Geld machen und Zuschauer vergraulen.
Ich, jemand der gerne zu Belustigungszwecken fernsieht und auch gerne mal Werbung, die es uns erst ermöglichen Sportarten wie Formel 1 und Qualitäts-Boxen zu sehen, in Kauf nimmt war von der Aufteilung der Werbepausen seitens RTLs sehr enttäuscht. So ist es für mich nichts neues, dass in alles ohne große Ereignisse Werbung gequetscht wird. Jedoch empfinde ich es für sehr schade, dass so die komplette Stimmung zerstört wird. Ein genaues Einschalten zum Kampf ist auf Grund der übertriebenen Vorberichtserstattung auch nicht möglich. Es wäre aber besser die Werbung, die zu Finanzierungszwecken ausgestrahlt werden muss komplett auf Vor- und Nachbericht aufzuteilen, um dem Zuschauer einen attraktiven Kampf ohne Unterbrechungen zeigen zu können, denn gerade die Rundenpausen heizen einen guten Boxkampf an und lassen den TV-Zuschauer auch beim nächsten mal wieder einschalten!