Apples AppStore-Politik steht schon lange in der Kritik, intransparent und willkürlich zu sein. Die Begründungen für abgelehnte Apps sind meist fadenscheinig, nebulös und quatschsinnig und die Liste der abgelehnten Apps ist lang und gelinde gesagt abenteuerlich.

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Ein paar Beispiele gefällig?
- Apple lehnt Tweetie 1.3 ab
- Apple lehnt NIN Access Update ab
- Apple lehnt E-Book-Reader ab und lässt ihn dann doch zu
- Apple lehnt South Park App ab
- Apple lehnt Opera Mini ab
- Apple lehnt C64-Emulator ab
Neu in der Riege der AppStore #fails sind zwei Apps von Google. Latitude und Google Voice.
Betrachtet man diese Fälle in der Summe, kommt man unweigerlich zum Eindruck, Apple würde Frau von der Leyen und Herrn von und zu Guttenberg in ihrer Freizeit vor einen Mac setzen und sie über das Schicksal eingereichter Apps entscheiden lassen, so absurd wirken diese Beispiele jedenfalls auf mich.
Apples Versuch den AppStore frei von anstößigen Inhalt zu halten, hat in diesem Ausmaß jedenfalls nichts mit Kinderschutz zu tun, sondern ist einfach nur übertriebene Prüderie. Ein anderes Kapitel ist jedoch das Beispiel von Google Voice.
Das iPhone ist keine offene Plattform und somit ist es Apples legitimes Recht, mit dem eigenen Angebot konkurrierende Programme abzulehnen. Es ist allerdings fragwürdig, in einer freien Marktwirtschaft, seine Position durch bestimmten Konkurrenzausschluss behaupten zu wollen. Die Geschichte (aka. Microsoft) lehrt jedenfalls, dass derartige Versuche langfristig nie zum erhofften Ergebnis führten.
Ich möchte Apple nicht zwingend böse, wenngleich kommerzielle Absichten unterstellen, aber es ist offensichtlich, dass das für den AppStore zuständige Team heillos überfordert damit ist, den richtigen Grad zwischen Qualitätssicherung und einem freien Markt im AppStore zu finden.
Auf dem momentanen Kurs läuft Apple jedenfalls Gefahr, seine Rolle als Innovationsunternehmen auf dem Smartphone-Markt angreifbar zu machen. Als ein Softwareentwickler würde ich mir jedenfalls mittlerweile so meine Gedanken machen, ob es das finanzielle Risiko noch Wert ist, eine innovative App fürs iPhone zu entwickeln, wenn es ungewiss ist, ob sie in Apples Pläne für das iPhone passt oder nicht.
Palm und Co schlafen jedenfalls (hoffentlich) nicht und so wird Apples iPhone-Politik wohl einer der ausschlaggebendsten Faktoren sein, wenn es darum geht wie die Marktanteile in Zukunft verteilt werden.
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Apple läuft eindeutig Gefahr, dass Sie ,genau wie Microsoft, eines Tages auf die Mütze bekommen. Ich hatte insgeheim gehofft, dass alle Unternehmen, die in der Entwicklung führend sind, etwas aus den Milliardenstrafen für Microsoft gelernt hätten.
Apple Konkurrenz bekommt ist eher unwahrscheinlich…
Apple ist zZ auf dem Consumer Smartphonemarkt klar führend. Das Pre, welches hierzulande im Oktober OHNE SimLock zu haben sein wird, ist aber definitiv ein ernst zunehmender Konkurrent fürs iPhone, als Telefon ist es diesem deutlich überlegen meiner Meinung nach. Auch die Entwicklung um Android wird ja mit Sicherheit nicht stehen bleiben.
In wie weit diese jetzt schon vorhandene Konkurrenz jedoch auch zum Rivalen wird, liegt in Apples Hand.
Ausschlaggebend ist die Aufgabe des iPhone-Protektionismus. D.h. vertragsfreie iPhones über Ländergrenzen hinaus und dem AppStore die Rolle der Innovation zukommen lassen, die er eigentlich verkörpern sollte.
Apple hat auch schon in der Vergangenheit Fehler gemacht und aus ihnen gelernt, somit sehe ich Hoffnung für Besserung.
Apple läuft zwar Gefahr mit dieser Umgangsweise wie Microsoft zu Enden, allerdings sei hier das Image des Konzerns und den Produkten mal hervorzuheben.
Während Microsoft sich stark etablieren konnte und die meisten Menschen dieser Erde sich an Windows gewöhnt haben und sich auch nicht umgewöhnen wollen, fiel es ziemlich leicht eben jenes Betriebssystem hier und da zu kritisieren und in die Schlagzeilen zu bringen, denn: Es ginge ja jeden etwas an.
Das Image von Apples Produkten dagegen ist ein anderes. Der Konzern steckt soviel Geld in das Marketing und der PR, das man mittlerweile gut und gerne einen dicken Hals bekommen könnte. Ich erinnere mich zurück an die Zeit vor einigen Jahren, als alle iPod-Modelle noch eine dreistellige Summe kosteten, vielleicht 5% meines Bekanntenkreises (und die sind zum Teil nicht gerade von der ärmeren Sorte) einen iPod besitzten und man trotzdem in jeder Zeitung, jeder Zeitschrift, jeden TV-Beitrag, wirklich fast überall, statt dem Wort “MP3-Player” immer nur “iPod” hörte, wo es doch gar nicht vorrangig darum ging. Bitte?! Apple hat es doch tatsächlich geschafft das iPod mit dem Tempo-Taschentuch syndrom auszustatten.
Das exakt gleiche Spiel ist nun mit dem iPhone zu beobachten, nur eine Welle extremer: Statt der Kritik an den AppStore, gibts weit und breit nur “Die Besten Apps für ihren iPhone” Artikel und auch in den Medien steht der Begriff “iPhone” längst für das modernste Handy der Welt – und das, obwohl zahlreiche andere Modelle von Samsung, HTC und Co., die Leistungen um Längen schlagen. Man mag nur an das erste Modell zurückdenken: Keine Videofunktion?! Kein MMS?! Aber gab es davon in den Medien was zu hören? Es gab praktisch kaum Kritik. Mehr noch: Wenn ein neues Handy einer anderen Firma vorgestellt wird, erhält es meist erstmal nur den Beinamen “iPhone-Killer”, womit der Name abermals im Mittelpunkt steht.
Und um nun einen Bogen zu deinem Artikel zu schlagen: Apple pumpt derart viel Geld in die Werbung ihrer Produkte, das es fast schon unmöglich ist einen kritischen Artikel über ihre Produkte zu finden. Wenn alles nach Qualität und Leistungen gehen würde, hätte das iPhone das Rampenlicht längst mit vielen anderen Modellen anderer Firmen geteilt, aber so ist das leider nicht.
Ich finde es vollkommen OK das Apple diesen sonderstatus innehat. Es gehört schon eine ordentliche Leistung dazu sich binnnen weniger Jahre einen solchen Tempo-Effekt anzugeignen und dieser wurde sicherlich nicht nur durch reine PR erzeugt. Die meiste Werbung kriegt Apple ja dadurch, dass die Produkte für sich sprechen.
Der Apfel steht einfach immer noch für Innovation, Lifestyle und Coolness und einer solch festsitzenden Assoziation mit einer Marke zu begegnen, ist für Apples Konkurrenz natürlich sehr schwer, auch wenn die eigenen Produkte in einigen Punkten dem iPhone den Rang ablaufen.
Nicht zu vergessen die riesiege Fanbase, welche Apple in der Vergangenheit so einiges hat durchgehen lassen. Überhitzende Macs, leicht zu zerkratzende iPods, nicht austauschbare Batterien usw.
Ich denke nicht, dass Apple dem Microsoft-Syndrom unterliegen wird. Selbst wenn HTC oder Nokia in nächster Zeit ein Handy vorstellt, welches 3 Mal so viele Funktionen hat wie das iPhone, wird es nicht einen derartigen Boom verzeichnen können. Das iPhone ist und bleibt zum größten Teil ein Lifestyle-Produkt, welches bei der Bedienung Spaß macht und viele Entertainment-Funktionen mit sich bringt. Ich persönlich habe kein iPhone, doch der ganze Trubel um dieses Gerät bringt einen schon manchmal in Versuchung :D
Eben gerade da liegt der Punkt. Apple versteht es, die Produkte und damit die Marke ohne Ende zu inszenieren. Das ist ohne Frage so, und es erhöht den Wert der Produkte, die nachweisbar vergleichsweise teuer sind.
Aber anstatt das zu diffamieren, empfinde ich eigentlich tiefe Bewunderung für den Erfolg dieser Strategie. Dass Copy&Paste mit dem iPhone OS 3.0 eingeführt wurde… ok. Das IST peinlich. Es ist aber halt auch so, dass Apple sich das ganz offensichtlich erlauben konnte.
Und es wurde ganz offen und klar darüber berichtet, dass das erste iPhone der Konkurrenz technisch weit unterlegen war!
Wer andere Geräte besser findet, der kann sich ja freuen, dass er sich kein (überteuertes) Gerät von Apple kaufen muss.
Soo, dann warte ich mal auf den “Hands On”-Beitrag wenn mein Päckchen angekommen ist, und freue mich auf den Pro/Con-Apple Flamewar in den Kommentaren dadrunter ;-)
Hups:
Bei einem kleinen Bummel im AppStore hatte ich mir “Lyrical” geladen. Ein kostenloses Programm, das Liedtexte in komfortabler Weise (soweit der Werbetext) liefert.
Aktuell ist es nicht mehr zu finden im AppStore, und auch per Google etc. habe ich nichts dazu gefunden. Es ist verschwunden!