In unserem guten alten deutschen Wortschatz gibt es einige Wörter und Redewendungen, welche sich hervorragend eignen um einen Gesprächspartner zu verwirren und zu verunsichern. Allerdings ist hier nicht, wie verständlicherweise angenommen werden könnte, das Gegenüber bei einer Diskussion oder einem Streitgespräch gemeint, nein, gemeint ist vollkommen alltäglicher Smalltalk übers Wetter oder das Konzert neulich. Doch halt! … Warum sollte man denn bitte den Co-Smalltalker verunsichern wollen? Welchen praktischen Sinn hat es denn, Kommunikation zu stören?
Gar keinen. Deswegen macht es ja umso mehr Spaß, hier und da mal eine abgefahrene Satzkonstruktion, einen vollkommen veralteten Begriff oder ein für nur wenige verständliches Fremd-/Fachwort in den Dialog zu streuen, und so seinen kommunikativen Sadismus etwas auszuleben.
“Approximativ” rangiert unter diesen Wörtern definitiv in der oberen Konfusionsschicht. Es bedeutet “ungefähr” oder “angenähert” und fristet sein Dasein im Schatten seiner älteren Geschwister “Approximation” und “Approximant”, welche in Mathematik und Phonetik ihre Nischen gefunden haben.
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Ich stieß rein zufällig auf “Approximativ”, beim Genuss des Kabarettprogramms “Attacke auf Geistesmensch” vom bayrischen Humoristen Gerhard Polt (übrigens sehr empfehlenswert), nämlich als folgende Passage fiel:
Wenn man bedenkt, früher, ja, sagma mal war noch nicht lange her, konnte man in einem Wirtshaus ein Bier sagma mal für eine Mark fünfzig erwerben; heute, allerdings in einem … äh … altmünchner Bistro … öh, … zahlt man für ein Bier approximativ sechs Mark … ne? … , also man sieht: Heute ist es circa vier mal so gemütlich, wie früher.
Fasziniert von der Alltagsuntauglichkeit dieses Adjektivs (hier Adverbs), hieß ich es in meinem Worschatz willkommen und nahm mir etwas später fest vor, es in meiner Abi-Klausur in Geschichte zu verwenden, was ich dann auch tat.
Also, geneigte Leserschaft, wenn Sie das nächste Mal an der Käse-Theke des Supermarktes ihres Vertrauns stehen, lassen Sie sich doch einfach mal approximativ 16 Pfund Slanke Anke geben, und erfreuen sie sich an der Reaktion der Fachverkäuferschaft … es lohnt sich!
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“approximativ 16 Pfund Slanke Anke”, made my day!
Um nicht zu sagen: ATOMrofl :D