Vor einiger Zeit lobte Iven auf unserem alten Blog blip.fm. Der noch relativ junge Musikdienst nimmt ein bisschen Twitter, fügt Musikstreams hinzu, und ist damit eine andere Herangehensweise an “Musik-Netzwerken” als beispielsweise last.fm.
Nach einem kurzen Zitat aus Ivens Artikel hake ich ein:
Der Clou: die Tweets heißen nicht Tweets sondern Blips und sind mit einem Song gewürzt den man aus einer stetig wachsenden Online-Bibliothek wählen kann.
Die Blip.fm-Crew denkt sich offensichtlich: “Mehr Songs, mehr User.” Dies ist natürlich im Ansatz richtig und lobenswert. Doch der Weg, den das Team von blip einschlägt, entfernt sich leider etwas zu sehr von der bisher guten durchschnittlichen Streamqualität.
Man hat sich den Erzfeind des nicht-anspruchslosen Musikhörens ins Boot geholt: YouTube. (Warum Teufel? “Blogtsssssss” hat die Antwort)
Seit längerer Zeit schon zieren die ersten hundert (übertrieben) Suchergebnisse kleine Fernseher, die YouTube als Quelle identifizieren. Ausfiltern kann man die Ergebnisse zwar auch, muss dies aber manuell tun, wie blip in einem Blogpost beschreibt.
Damit wird das Finden “neuer” Songs über blip zur Krankheit. Youtube-Songs fällt raus, dann nerven auch noch die 30-Sekunden-Clips, und viel bleibt da nicht mehr übrig. “Ist doch immerhin das gleiche wie vorher”? Mitnichten! Denn ein Argument für blip ist ja in erster Linie die Musik von Menschen gewesen, deren Musikgeschmack man teilt. Leider teilen nur wenige User meine Qualitätsvorstellungen, und so finden sich ranzigste Live-YouTube-Videos in der “Musik meiner Favoriten”-Rubrik von blip.
Für eine Adresse, die bisher gut war für “Ich will mal kurz diesunddas hören”, ist das nichts. Um über blip YouTube-Videos zu finden… muss man nicht auf blip.fm gehen, sondern nimmt direkt Googles Glotzekiste. Aber so ist das eben – Updates bringen nicht immer Besserungen. Blip.fm muss sich schon sehr anstrengen, um die Nutzer bei der Stange zu halten. Der Dienst kann nur überleben, wenn er fähig ist die User zu mehr zu animieren als ab und zu mal die eigene Playlist durchzuschmökern nach Songs, die die eigene iTunes-Bibliothek vermissen lässt.
Übrigens: Dank Blip hat irgendjemand Geld verdient, denn “The Smiths” kamen mir durch blip an die Ohren gesegelt. Ein Best Of musste her, der iTunes Music Store tat den Rest (48 Lieder für 15€, das sind Raubkopier-Killerpreise).
Ohrwurm (ausnahmsweise(!) stressfrei bei blip gefunden):





Deine beschriebenen Qualitätsvorstellungen treffen auch bei mir einen wunden Punkt, da auch ich ein Musik- & Soundqualitätsliebhaber bin! Als ich mich zum ersten Mal mit blip.fm beschäftigt habe, war ich begeistert! Nun ist es leider so, dass mich das Überangebot an Ramsch & Schranz immer mehr völlig nervt und ich es aufgebe Lieder zu suchen! Ich hoffe auch, dass in naher Zukunft positive “Rückschritte” seitens blip.fm getätigt werden, die diesen Dienst wieder genießbar machen!
Ja, das wäre extrem wichtig für den Fortbestand.
An dieser Stelle entscheidet sich praktisch erst, ob blip jemals aus dem Stadium eines “ganz netten” Startups herauskommt oder schon in diesem Stadium kollabiert.
Die Miteinbeziehung von Youtube macht das Finden vernünftiger Musik in ebensolcher Qualität bei blip.fm natürlich sehr viel umständlicher, jedoch halte ich es gerade dadurch für wichtig möglichst konsequent nicht-videos zu Blipen, um ein (zugegebenermaßen ziehmlich kleines) Zeichen zu setzen.
Tatsache ist, dass Blip durch den Qualitätsschwund keine geeignete Plattform mehr ist, um in gemütlicher Runde mit mehreren PCs jedem die Möglichkeit zu geben, seine Musikwünsche einer für alle Beteiligten hörbaren Playlist beizumengen.
Was mich bei Blip total nervt ist, dass offensichtlich nur auf Musik gezeigt werden kann, die schon vorhanden ist (Youtube etc).
Ich habe viel Spass daran, Musik mit anderen zu teilen und würde liebend gerne meine eigenen Songs veröffentlichen.
Gibt es da eine Möglichkeit?
Prinzipiell ist es ganz einfach: wie unter http://blog.blip.fm/faq/ beschrieben, die URL zum Lied bei blip unter “settings” eintragen.
Um ein Lied hochzuladen benötigst du jedoch Webspace o.Ä.
Blipup.com ist ein Service, der Lieder für blip.fm hostet. Momentan ist die Seite jedoch nicht erreichbar, leider.
Daher ist momentan die einzige Möglichkeit eigener Webspace, würde ich vermuten.