Dies ist die kurze Vorstellung eines ganz fulminanten Artikels, den ich vorhin auf wired.com gelesen habe. Schon im gestrigen Artikel habe ich wired in den virtuellen Himmel gelobt wie nichts gutes… aber Idole muss man haben. Aber Querbeet bleibt natürlich investigativ – eine Ernüchterung kommt auch noch – am Ende dieses Artikels!
Der Artikel heißt Booting Up Baghdad: Tech Execs Take a Tour in Iraq und wird von einem guten Titelbild (nochn Link zum Artikel) geziert.
Es karikiert schon das, was der geübte Leser nach dem Lesen der Überschrift von dem Artikel erwartet: Die CEOs von westlichen Internet-Edel-Unternehmen werden aus irgendeinem PR-Anlass zu einem “Urlaub” ins Krisengebiet geholt. Ein Titelbild, das praktisch gegen den eigenen Titel arbeitet? Was soll das denn?
So einfach kann es doch nicht sein, dämmert es dem Betrachter. Und ja: Natürlich schafft es Steven Levy ohne weiteres, alle aufkeimenden Erwartungen an den Artikel zu erfüllen.
Es wird beschrieben, wie ein Mitarbeiter des State Department CEOs verschiedener Internetfirmen in den Irak eingeladen hat, und diese dort ankommen. Sie treffen verschiedene Menschen. Beamte, Studenten, Professoren, es gibt produktive, unproduktive und ernüchternde Gespräche.
Immer wieder sind Randbemerkungen im Artikel gestreut, die Web 2.0-Junkies wie mir einen Schmunzler über die Lippen treiben, oder zumindest einen Wiedererkennungswert haben. Natürlich bleibt die Ernsthaftigkeit, die Darstellung der Lage des Irak dabei in keinster Weise auf der Strecke!
Ein paar Zitate aus dem Artikel, um dem geneigten Leser den Mund wässrig zu machen:
As the CEO of MeetUp, Scott Heiferman usually spends his days meeting with staff and brainstorming product strategy. But today the 37-year-old New Yorker, wearing a combat helmet and armored vest over a black business suit, is crammed into a battered C-130 transport plane headed for Iraq.
Before the implications of that can sink in, the execs are aboard a pair of helicopters racing vertiginously 150 feet over collapsed buildings, desert-camouflage Humvees, and the muddy rivers that once cradled civilization. It’s like being plunged into the dense, dizzying pixels of an Xbox game. Ten minutes later, the birds land in the US Embassy compound in Baghdad’s Green Zone [...]
On one hand, it’s ludicrous. What can makers of social networks and video sites do to fix an economy that’s as broken as Saddam’s statue? On the other hand, Silicon Valley types like to think they know how to make the world better. This trip isn’t about profits or investing opportunities—as new markets go, Iraq falls somewhere between Antarctica and Somalia in desirability.
A show of hands indicates that the young people are skilled users of YouTube, Google, and Facebook. But when Heiferman asks what they want for their future, no one envisions creating wealth and innovation in the private sector. Instead, they want to work for the government. They want job security and pensions. This makes the Silicon Valley group crazy. “You should think of yourselves as social entrepreneurs!” Heiferman says. [...]
As one student explains, starting a business “is not something I talk about with my friends—no one ever thought of doing anything like that.” In any case, she adds, “I can’t talk freely about it; I can’t let everyone know I meet Americans, because of the security issue.”
Ich kann mich nur wiederholen: Ein interessanter Artikel über die Lage im Irak, die Motivation der jungen Menschen dort, und (auch wenn es sich kitschig anhört) der Erkenntnis, dass ein simpler Dialog einiges bewegen (nicht aber alles lösen) kann.
Bildnutzung? Ein großes Fragezeichen!
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Als ich das Titelblid des besagten Artikels hier einbinden wollte, überkamen mich Zweifel: Darf ich das? Wired versäumt es leider, die Lizenz zu nennen, unter der die Bilder auf der Seite stehen. Ich habe Google, Twitter und die Seitensuche bemüht, aber keine Antwort gefunden. Ein derart digitales Magazin sollte doch in dieser Frage auch eine (überhaupt eine!) Position beziehen.
Wird meine Nach- bzw. Anfrage über Twitter erhört oder erfahe ich etwas in dieser Richtung, werde ich dies hier vermerken.




Hallo Timm,
ja Du kannst die Bilder und Zitate bringen. Mit verweis auf den Urheber. Zur Not google mal: Fair use…
Hier noch n Link:
http://www.copyright.gov/fls/fl102.html
Erinnere Dich auch an Sätze wie: “Wie Süddeutsche Zeitung berichtete…” usw.
Hilfts?
Danke für deine Antwort!
Um den Text ging es mir jedoch garnicht, sondern halt die Einbindung des Bildes.
Und so etwas: “The safest course is always to get permission from the copyright owner before using copyrighted material. The Copyright Office cannot give this permission.” Habe ich nicht gefunden ;-)
Dann such mal nach:
“Wo es keinen Kläger gibt, gibt es auch kein Verfahren”
Ha!
;-)