Jean-Claude van Damme. Das ist einer dieser Namen, den vermutlich jeder kennt ohne überhaupt zu wissen wer das überhaupt ist. Diejenigen, die wissen, dass sich hinter diesem Namen ein Schauspieler verbirgt, werden wahrscheinlich an drittklassige Actionproduktionen denken, die es in den letzen 9 Jahren nicht mal ins Kino geschaft haben. Die wenigsten werden sich bei Jean-Claude van Damme an einen der bekanntesten Action- und Martial-Arts-Schauspieler der 80er und 90er Jahre erinnern.

Umso überraschter war ich, als ich von JCVD hörte. Ein Film mit und über Jean-Claude van Damme? Ein letzter Versuch aus der Person van Dammes Kapital zu schlagen? Man durfte in der Tat skeptisch sein, was einen da wohl erwarten sollte. Die Überraschung war dann aber wirklich groß und von überaus positiver Natur, als ich den Film gestern Abend gesehen habe. Aber erstmal von vorne.
JCVD ist kein typischer van Damme Film, diese bei Trashfans beliebte Sorte von Actionschinken. Vielmehr wird auf eindringliche Weise ein persönliches und beindruckendes Portrait eines Schauspielers gezeichnet, der bis jetzt nicht durch Charakterdarstellungen glänzte. Van Damme macht seine Arbeit dabei überraschenderweise sehr gut und man kauft ihm wirklich ab, dass er sich selbst und nicht irgend einen Filmhelden spielt. Dabei wechseln sich komische und tragische Momente gepaart mit einer galligen Abrechnung mit der Traumfabrik und einem immer mitschwingenden aber überhaupt nicht kitschigen Tenor über ganz alltägliche Menschlichkeit gekonnt ab.
Die mit sicherheit herausragendste Szene ist der knapp sieben Minuten lange Monolog JCVDs, welcher gleichzeitig den Wendepunkt des Filmes darstellt. In ihm lässt er sein Leben, siene Herkunft, seine Drogenprobleme und seine Arbeit im Filmbiz Revue passieren. Dass van Damme zu einer solchen schauspielerischen Glanzleistung fähig ist, hätte ich nicht gedacht.
In der Tat hätte JCVD jedoch nicht das werden sollen, was es geworden ist. Van Damme hatte noch mit irgend einem Produzuenten, der mir namentlich nicht bekannt ist, ein Abkommen, dass er sich in einem Film selber spielen sollte. Das Drehbuch war auch schon geschrieben und skizierte van Damme wohl als Clown des Action-Genres, eben als die Erinnerung, die so vielen im Kopf hängt. Glücklicherweise sah der Regisseur Mabrouk El Mechri die Sache anders und schrieb ein neues Skript, denn was dabei herausgekommen ist, ist einer der besten Filme der letzten Jahre, die sich abseits des Mainstreams bewegen. Dieses kleine Meisterwerk wird mir jedenfalls lange in Erinnerung bleiben.




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