Nichts ist für die Ewigkeit, Verlage nicht, Zeitungen nicht, und Software noch viel weniger. Die Querbeet-Crew hat zwei elementare Stücke Software ausgetauscht: Analysesoftware und Feed-Reader.

Mint-Logo
Mint schlägt piwik
Nun werden Zugriffszeiten, -zahlen und -daten nicht mehr von piwik erfasst, sondern durch Mint. Im Eingangspost dieses Blogs hatten wir die Überlegungen für und wider piwik bzw. Google Analytics dargestellt. Google Analytics hatte wegen ungenügender bzw. nicht vorhandener Beachtung des ominösen “Datenschutzes” (kommt er in Googles Wortschatz vor?) den Kürzeren gezogen, und piwik erfasste euch, liebe Blogbesucher, in den ersten zwei Monaten der Existenz von Querbeet.
Doch in letzter Zeit offenbarte piwik einige Defizite. So war schwer bis gar nicht zu erkennen, welche Artikel wie stark frequentiert wurden, was recht unpraktisch ist für eine Analysesoftware – und einen Blog, der heiß drauf ist, die Relevanz seiner Themen mit Zahlen zu belegen ;-) Nun ist es also das kostenpflichtige (Dollar, pah!) Mint geworden, das einen sehr stylischen und funktionalen Eindruck macht (Screenshot). Fürs erste sind wir sehr zufrieden! Die mobile Version von Mint ist übrigens sehr gut geeignet fürs iPhone, auch wenn man Safari bemühen muss – eine extra App gibt es nicht. So, genug Werbung gemacht… für Mint.

Fever-Logo
Fever bekommt eine Chance
Fever ist ein RSS-Reader. Die gibt es wie Sand am Meer, und der Google Reader hat wahrscheinlich eine unerreichbare Marktposition inne. Doch frische, gut durchdachte Alternativen haben eine große Innovationskraft. So stellte Iven vor einiger Zeit auf unserem alten Blog schon den Reader Feedly vor. Er verwandelt ungelesene Feeds in eine Startseite, die wie die einer Zeitung aussieht. Textanreißer, Bilder, alles da.
Unsere Aufmerksamkeit zog jedoch seit einer gewissen Zeit Fever auf sich. Erstes Verkaufsargument des Entwicklers Shaun Inman ist die “Hot-Ansicht”… die enttäuschender Weise mehr oder weniger langweilig bzw. suboptimal realisiert ist. Sie generiert sich aus der Anzahl Links, die ein Thema innerhalb der abonnierten Feeds bekommt. Aktuell ist z.B. das Internet-Manifest an oberster Stelle in meinem “Hot-Bereich”, mit 5-7 Verlinkungen.
Doch ob gelesen, ungelesen, was auch immer: Die Hot-Ansicht reagiert nur auf einzelne Themen bzw. deren Verlinkung. Morgen wird auch noch das Manifest oben stehen, obwohl keine neuen Artikel dazu online kommen. Und zigmal die gleiche Botschaft auf verschiedenen Blogs? Nein danke. All das macht die “Hot-Ansicht” ausschließlich attraktiv für den schnellen Überblick nach zwei bis vier Wochen Urlaub – oder Providerwechsel mit Internetausfall.
Um gleich das Negative abgehakt zu haben: Die Maussteuerung ist unglaublich schlecht. Es ist nicht möglich, mit der Maus einen Artikel dazu zu bewegen, den gesamten Artikeltext sichtbar zu machen. Das kann nur die Tastatur. Das klingt komisch, ist aber so – warum auch immer.
Schlecht? Mitnichten!
Doch zum Glück begeistert dafür die Steuerung per Tastatur umso mehr. Per Return und Leertaste lässt sich komfortabel durch die Feedmasse navigieren. Der “normale” Modus nennt sich bei Fever “Kindling” und sollte Feeds enthalten, die man nur ungern verpasst. Natürlich gibt es eine Speicherfunktion, sowie die Möglichkeit, für einen Feed Zugangsdaten zu hinterlegen.
Grade ist mit einem der kleineren, kostenlosen Updates für Fever eine sehr schöne Funktion hinzugekommen: Schnellverknüpfungen, um einzelne Artikel direkt über Twitter, per Mail, oder wie immer man möchte zu verbreiten. Artikelelemente wie Titel, Artikelursprung , Autor o.Ä. kann man durch Variablen in einem personalisierten Text ausgeben lassen. Fever fordert also den Nutzer stets zu einer gewissen Experimentierfreudigkeit. Das ist nicht gerade das Komfortabelste, aber nur wer über diese Unbequemlickeit hinwegsieht, wird mit der vollen Featurevielfalt belohnt. Darüber sollte man sich jedoch vor dem Kauf klar sein.
Going mobile
Wirklich ein reines Pro-Argument ist die ausnehmend gute iPhone-App. Im Landscape-Modus ausgewählte Feeds zu lesen ist ein viel effizienteres Unterfangen als mobiles “drauf los” Surfen zur Informationsbeschaffung.
Der mobile Komfort hat jedoch leider den Preis, dass Fever auf einem eigenen Server laufen muss. Auf Deutsch: Man muss Webspace kaufen oder besitzen, und der Webspace muss auch noch php sowie mySQL unterstützen. So etwas kostet alles nicht die Welt, aber für “nur” einen Feed-Reader doch ein großer Aufwand.
Noch ein Preis, den man für die Unterstützung eines kleinen, unabhängigen Entwicklers zahlen muss, oder besser gesagt: kann, wenn man möchte ;)




Ein Kommentar zu “Querbeet is having a Feverous Mint! (Softwarevorstellung)”
[...] Links Wir stellten in unserem Eröffnungs-Post die Problematik von GA kurz dar, und entschieden uns später dafür, piwik durch Mint zu ersetzen. [...]