Wenn es um die deutsche Sprache geht, so befinden wir uns als Weblog selbstverständlich etwas in der Zwickmühle. Der Vorwurf der Denglisch-Nutzung könnte gegen uns ohne Weiteres vorgebracht werden. Querbeet: Schuldig im Sinne der Anklage!
Jedoch nur auf den ersten Blick, denn deutsches Vokabular für die Sprache ums Web 2.0 herum erscheint geradezu absurd, wenn man ein Mal darüber nachdenkt. “Ich zwitscher mal eben was” ? Man würde wohl eher annehmen der Alkoholmissbrauch sei Thema, nicht Twitter.
Also fordere ich: Sprachliche Freiheit für den Wortschatz Web 2.0, bzw. zweierlei Maß, wenn es um den Bereich Technik und verwandte geht. Mehr noch: Sprachliche Freiheit für diejenigen, die sie zu nutzen wissen. “Nerdig” (von “Nerd”) sollte man sich nicht verbieten lassen, bloß ob eines unzeitgemäßen Verständnisses von Sprachrichtigkeit.
Diese Linie muss klar sein, damit wir uns trotzdem in voller Breite über schrecklichste Auswüchse falschen Sprachgebrauchs auslassen können.
Über solche Perlen wie die im Titelbild, oder solch eine:
Im Ernst: Wenn die Rückantwort die Antwort auf ein Schreiben ist, ist dann die RückRückantwort die Antwort auf die Antwort?
Und das auch noch verschickt durch:
Ganz schlimm ist es, wenn Kommunikationsdesignern die Formulierung überlassen wird:
Die Ironie hierbei ist: Um das Plakat zu berichtigen müsste man lediglich das “U” durch ein “W” ersetzen, wie der aufmerksame Leser sicher längst bemerkt hat. Es wäre zwar nicht Deutsch, aber richtig.
Keine Ahnung von “Deutsch”? Bitte die Klappe halten. Oder Zeichen machen.
“Hochwertige Qualität” ist ein hochgefährlicher Fall, da man den Ausdruck noch gerade so akzeptieren mag – auf den ersten Blick. Eigentlich besteht dieser Ausdruck jedoch nur aus zwei Wörtern, die jemand grob dem Bereich “Wie kann etwas sein?” in der Kategorie “Gut” zugeordnet hat. Nur für den Fall, sich mal gewählt ausdrücken zu wollen. Sie entspringen in dieser Kombination dem gleichen Schema wie
Optisch siehste nichts!
und
Haptisch fühlt sich das ganz gut an!
Es ist ja nicht schlimm, wenn man mit so “komplizierten Wörtern” nicht hantieren kann. Wenn man sich damit nicht abfinden kann und es trotzdem tut, wird es allerdings kriminell, peinlich und fast ein bisschen bemitleidenswert.
Nach diesem ganzen Genörgel möchte ich euch, liebe Leser, allerdings nicht das folgende Meisterwerk der Sprachkunst vorenthalten und mich damit auch wieder in die sprachkritische Passivität begeben:




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