Facebook hatte es vor einiger Zeit mit einem auf der Startseite angezeigten “Brief” von Erfinder Marc Zuckerberg angekündigt: Die Privatsphäre-Einstellungen werden überarbeitet.
“Wir haben auf Userfeedback Rücksicht genommen” war der Tenor.
Ein Schelm, der diese Botschaft hinterfragt.
Wie z.B. ein aufklärender Artikel auf TechCrunch hervorhebt, liegt die Crux im Detail: Facebook setzt einfach ein “Update an Alle” als neuen Standard fest. Facebook tut dies auch, wenn man in dem Einstellungs-Dialog, der erscheint wenn man sich das erste mal seit den Änderungen einloggt, “Nichts ändern” anwählt.
Das ist schon gemein – denn angekündigt wurden seitens Facebook zwar “Änderungen”, aber der “Konvertierungs-Dialog” lässt nicht vermuten, dass man seine Einstellungen hiernach noch begutachten muss. Sollte man aber durchaus!
Denn “an Alle” heißt auch “an Alle”. In naher Zukunft werden wahrscheinlich die entsprechenden Updates von Google und Bing indiziert, sind damit also für jeden im Netz auffindbar. Und haben die Daten erst einmal Facebook verlassen, hilft auch eine Löschung der entsprechenden Beiträge nichts mehr – was Facebook bereits bekannt gibt.
Was tut Facebook da?
Regt sich eine große Protestwelle (wonach es aktuell aussieht), so kann Facebook (nach TechCrunchs Einschätzung, der sich Querbeet hiermit anschließt) behaupten:
If there is significant backlash against the social network, it can claim that users willingly made the choice to share their information with everyone. That’s why there are all of these notifications informing users about what these privacy features do.
Das lasse ich einfach mal so stehen.
Facebook geht das Risiko ein, User zu verschrecken. Wenn diese es denn merken, denn eine unumstößliche Wahrheit bleibt auch:
The vast majority of users will ignore this information the same way 80% of them have ignored privacy settings in the first place. But Facebook will still be able to claim that it did its best to get their informed consent.
Querbeet empfiehlt dringendst, die eventuell nötigen Einstellungen vorzunehmen.
Nachtrag: Zeit online nimmt sich des Themas an und baut ein sehr schönes Zitat ein:
Und im Zweifel gilt, was der Blogger Simon Columbus bei Twitter schrieb: “privacy is a social issue, not a technical one. facebook’s privacy options are only bad because people are not aware of the issue.”

2 Kommentare zu “Facebook ändert Privatsphäre-Einstellungen”
[...] nicht genügend Gegenwind bekommen nach den vorangegangenen Privatsphäre-Spielereien (*hust*querbeethatwasgeschrieben*hust*). Und wieder fällt eines auf. Facebook tut, als könne es seine Hände in Unschuld waschen, [...]
[...] Facebook in seinen Statusupdates die Option ein, Freunde zu “markieren”. Jüngst setzte Facebook, vom Großteil der Nutzerschaft sicher unbemerkt, “öffentlich” als neue… für [...]