Zeitungen, Social Networks, “das Internet”, App XY, ob Apples Tablet mehr oder weniger als 1000$ kostet, Journalismus allgemein; oder typischere Themen, wie wer den besten “Batman” gespielt hat, die Schwächen George Lucas’ “digitally remastered”-Wahns, wie sich die aktuelle Staffel “Big Bang Theory” macht, wie lange “CoD” ohne den 2. Weltkrieg auskommt, ob wir den Freundesbegriff ändern oder die anderen ihn falsch benutzen, der neuste Teil von “Splinter Cell” eigentlich schon released ist oder nicht, oder oder oder…
Das sind Themen, über die sich, nennen wir sie “einige Personen” – obgleich alles andere als wertfrei – unendlich lange unterhalten können. Whatup? Natürlich spreche ich zum wiederholten Male von Nerds. In “Nischen und Nerds” ging es um die Austauschbarkeit von Technik und anderen Hobbys, die den Nerd auf ein Mal zu einer ganz normalen Person macht – fast.
Der Code
Heutzutage reicht ein laut ausgesprochenes “LOL!” in einer passenden Situation leider nicht mehr aus, um einen als Nerd von Welt zu identifizieren. Erst wurde dieser Chat-Ausruf nahezu salonfähig gemacht von “uns”, und jetzt… naja, jetzt käme man eher rüber wie das berühmte Kind aus diesem Video (“Ich will Unreal Tournament spieleeen!”).
Ein gekonnt eingesetztes “OMFG” mag man heutzutage für diesen Zweck eventuell noch durchgehen lassen. Es gehört nämlich sehr viel mehr Nerd dazu, die einzelnen Buchstaben ganz auszusprechen. Beim “LOL” geht es ganz von selbst, zumindest in der Anfängerversion. Der Profi neigt evtl. zu einem “ELOhEL”-Ausruf. Aber ich schweife ab, back to topic!
Der gemeinsame Nenner, aka “Kulturgut”
Wer erkennt welchen Sprachcode wieder, wer kann mit welcher Art und Ebene Sprache umgehen? Vokabular, Sprache und Slang sind hier die wichtigen Faktoren, und ich habe sicher welche vergessen. Für den pseudowissenschaftlichen Teil, den ich hier behandle soll’s aber reichen.
Anschaulich wird der gemeinte Aspekt von “Kommunikation”, wenn wir in den Bereich allgemein bekannter Serien kommen. “Was, so lapidar?” – Ja, ganz genau. Serien sowie natürlich auch Filme gehören ganz selbstverständlich zu der Kultur unserer Zeit und sind ein Pool von Redewendungen, Sprüchen, Insidern. Sie prägen die heutige Popkultur ungemein, sie bringen Massen von Menschen kommunikativ auf einen Nenner. Das ist kein neuer Fakt und jedem sicher irgendwo bewusst, es handelt sich ja um einen ganz einfachen Mechanismus.
Beispiele: Gebe ich die Stichworte Cartman, South Park und erhöhe mit dem Ausruf “Ah, JewBots. Flame On!“, schmunzeln sich hoffentlich immerhin die hingebungsvollen South Park-Gucker erstmal Einen (oder meine gesamte Argumentation ist für die Tonne; und: South Park-Fremde müssen diesen Teil nicht verstehen).
Reißt Dieter Bohlen DEN Witz bei einer DSDS-Sendung, würde ihn wahrscheinlich (und trauriger Weise) am nächsten Tag in der S-Bahn ein gutes Viertel der Menschen wiedererkennen und ebenfalls lachen oder zumindest schmunzeln.
Und wo bleiben die Nerds?
Auf den ersten Blick ist das oben beschriebene “Nerdtum” in dieser Hinsicht lediglich mit Science-Fiction-Serien in Verbindung zu setzen. Auf den eineinhalbten Blick fällt es uns jedoch wie Schuppen von den Augen: Spiele sind für einen Großteil Nerds sicher das Äquivalent zu Serien und Filmen bzw. bilden ein weiteres Ressort Kulturgut, so natürlich auch das dazugehörige Vokabular.
Der extreme Slang von CS-Kiddies ist zwar nicht besonders schützenswert, aber Onlinegamer können halt etwas mit den Begriffen “Lucker”, “Scheiß WTJ!”, “laggy” und “buggy” anfangen.
Und mit dem Spielen ist es natürlich nicht vorbei: Wer das Internet oder nur den Computer zum Spielen genutzt (hat), der nutzt das Internet auch zum professionelleren Spielen:
Oh, englische Artikel – warum auf “Welt Online” warten?
Oh, eine Google-Beta. Die sieht zwar noch etwas 1.0 aus, aber könnte nützlich sein.
Hey, ich tweete das mal, das könnte für Viele interessant sein.
Und vor allem: Oh, Serien die auf Deutsch nicht interessant sind, sind im Original gar fulminant!
Don’t call it Denglisch!
Worauf ich abziele, ist die besondere Verbreitung und Nutzung der englischen Sprache (und diese ebenfalls im Technik-Slang) im Internet und allem was damit zu tun hat. Ist Twitter das Thema, sinkt der Deutsch-Anteil gefühlt auf weniger als 50%. Je häufiger ein neuer Dienst, eine neue Technik erforscht und besprochen wird, desto geringer ist die spontane Bereitschaft, alle Aspekte ins Deutsche zu übersetzen. Eigentlich ist sie gleich 0.
Das ist aus meiner Sicht eine Erklärung dafür, warum Nerds und Geeks trotz der Austauschbarkeit ihrer und “normaler” Interessen unverhältnismäßig stark einen Stempel aufgedrückt bekommen: Nerds sind “anderen” suspekt, weil, ganz zu schweigen vom Thema, obendrein der genutzte Sprachcode stark vom allgemeinen abweicht.
Inwieweit der bewusste oder unterbewusste normale Wunsch nach gesellschaftlicher Abgrenzung diese “Sprachbarriere” mit erzeugt, ist eventuell auch eine Überlegung wert. Dieser überschneidet sich jedoch, sofern vorhanden, sehr wahrscheinlich mit dem Abgrenzungswunsch wie ihn jede Art von Hobby mit sich bringt (Wie in “Nischen und Nerds” bereits beschrieben). Dies führt jedoch zu weit vom Kern weg, daher ein weiteres Mal: Back to topic!
“So in your World, you are the cool guys!”
Ein weiterer Fakt ist, dass durch die Vernetzung per Internet der wahrgenommene Kreis von Nerds gewachsen ist. Man rückt über das Internet sehr viel enger zusammen, ganz klar. Beispiel:
In ein paar Kilometern Umkreis verstehen dieses Comic wahrscheinlich nur eine handvoll Menschen. Auf beetlebums Blog tummelt sich jedoch ein Publikum, dass zu 95% (oder so) sofort die Verbindung blickt und etwas damit anfangen kann. Anders ausgedrückt: Es herrscht nach einem Nerd-Witz im Netz keine peinliche Stille.
Aus “The Big Bag Theory 113: The Bat Jar Conjecture”; Keinerlei Rechte für dieses Stück Ton liegen in irgendeiner Weise bei Querbeet! Sie liegen höchstwahrscheinlich bei “Warner Bros. Television” und “Chuck Lorre Productions”.
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Die N00bs kommen!
“Früher” war die gesamtgesellschaftlich kleine Splittergruppe von Technikverrückten die Hauptbevölkerungsgruppe des Internets, denn sie war die erste, die das Internet zur Kommunikation erschloss. Eine Entwicklung, die durch die Ankunft des Internets im Mainstream (Durch Social Networks etc.) eine Aufhebung erfährt.
Langsam, auch durch das mobile Internet, ändert sich die Charakteristik des Netzes für mehr und mehr Menschen in die, die es für Nerds schon sehr lange hat: Die unnötige Spaltung in “On-” und “Offline“, in “Rechner aus” und “Rechner an” wird hinfällig.
Vielmehr ist es jetzt ein “Ich nutze die vorhandenen Möglichkeiten” oder “Ich nutze sie nicht”.
Es mag einige überraschen, aber: Sie zu nutzen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, das macht einen nicht einmal zwangsläufig WoW-abhängig ;-)




HAHAHA! Sehr geiles Bild von unserer Brief-Waage :D
Jetzt aber erstmal den Blog-Eintrag lesen^^
Ja, dankedanke ;-)