Ich bin natürlich wieder viel zu spät mit dem Thema, aber irgendwie gehört die ordentliche Beschäftigung damit auch 100%ig zum Soll unseres Themenspektrums.
Ich spreche von Location-Based Services, genauer: Von den zwei prominentesten Ablegern Foursquare (links) und Gowalla (öhm… rechts). Bevor die Frage “Wofür?” geklärt wird, widme ich mich der Frage “Was?”.
Was macht es?
Die Handhabung der Services ist recht simpel: Ich gehe in meine Lieblingsbar, Lieblingspub oder stehe an irgendeinem Bahnhof. Mit Foursquare bzw. Gowalla logge ich mich online an diesem Ort ein, per App oder mobiler Website. Diesen Vorgang kann ich bei Twitter oder Facebook öffentlich machen, und Freunde die ebenfalls Foursquare oder Gowalla nutzen, können ihn auch beobachten. Von hier an unterscheiden sich die beiden Services.
Bei Gowalla bekomme ich ab und zu Gegenstände, die ich fallen lassen kann um “Founder” einer Lokalität zu werden. Oder aber ich tausche einfach einen virtuell herumliegenden Gegenstand mit einem aus meiner Sammlung. Der Gegenstand gibt Auskunft über seine Herkunft – Wann, Wo, von Wem er aufgenommen und fallen gelassen wurde.
Bei Foursquare gibt es keine Gegenstände. Dafür ist zu sehen, wer denn an welcher Lokalität am häufigsten zugegen ist. Derjenige ist dann Major. In den USA gibt es in einigen Bars bzw. Restaurants besondere Vergünstigungen wie z.B. Freigetränke für den Major.
Aha?
Das ist, kurz und knapp, das was man mit diesen Diensten anstellt.
Bevor die Sinnfrage gestellt wird: Ich habs mal etwas ausprobiert, zumindest Gowalla sogar einen kleinen Tick mehr. “Soweit ganz lustig” trifft es ganz gut. Als Early Adopter ist ein lokalbasierter Service natürlich so die Sache… es schwirren nicht an jeder Ecke Bekannte herum, die den Dienst ebenfalls nutzen.
Bevor man das Gedankenspiel aber weiter als bis zu diesem Punkt führt, muss dringend ein anderer Aspekt beleuchtet werden:
Technik
Gowalla hat momentan lediglich eine iPhone-App und eine mobile Website als Frontend zu bieten, während Foursquare das iPhone, Androids, Blackberries und palms befeuert.
*Hust* mir als iPhone-User wäre die Vielfalt der Apps natürlich völlig egal (Ironie!) – doch die Gowalla-App ist äußerst buggy.
Mitten in der Stadt mit eigentlich vielen bekannten Punkten herum sucht sich die App sehr, sehr häufig einen Wolf nach “Nearby Spots”. Das bringt gar nichts, nicht einmal Spaß.
Foursquare hat seltener solch herbe Aussetzer, findet die Punkte also zuverlässiger. Dafür kann man sich bei Foursquare von überall aus überall einloggen. Das ist kein No-Go, aber für einen location-based Service auch wieder strange.
Technisch steht Gowalla also um einiges schlechter da, und das trotz erheblich größerer Kapitalmenge:
#Gowalla got 4 times the VC money as #Foursquare. And still, they have no apps other than 4 iPhone. Looks like they are screwing it up.
Quell-Tweet
Nun, immerhin wurde gestern die Gowalla-API veröffentlicht, also eine offene Programmierschnittstelle. Foursquare hat schon lange eine…
Zukunft? Goliath!
Um so etwas wie ein Fazit zu formulieren: Man wird es sehen ;-)
Foursquare scheint in den USA beliebter als Gowalla zu sein, es könnte aber auch sein, dass Gowalla demnächst einen Satz macht, der es zum Gewinner dieser Konkurrenzsituation werden lässt.
Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, dass Facebook ein Stück vom Kuchen bzw. den Kuchen samt Gedeck haben möchte: Facebook Is Working On A Foursquare-Killer.
Quasi-Update
Nach dem dieser Artikel fertig geschrieben war, aber noch vor der Veröffentlichung stand, hat Google etwas gestartet. Nämlich Google Buzz.
TechCrunch schreibt wie immer darüber.
Google Buzz möchte vor allem Tweets und sonstiges SocialMedia-Gerausche zusammenfassen. Es hat aber auch durchaus starken Lokalbezug, wird also z.B. in Google Maps eingepflegt. So könnte es zukünftig durchaus auch in dem Bereich Foursquares/Gowallas wildern.
Die beiden Kleinen müssen sich in jedem Fall warm anziehen.
Link
Martin Weigert auf netzwertig.com zu den beiden Diesten: Gemeinsam seid ihr stark

Deluxe kommentiert
"Naja, so richtig..."
– “kochen” 1. auskochen, garen, gar werden lassen, weich machen; (landsch.): sieden. b) [auf]brühen
"Ich finde, man kann auch..."
– “kochen” 1. auskochen, garen, gar werden lassen, weich machen; (landsch.): sieden. b) [auf]brühen
"Merke ich mir für meine..."
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