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	<title>Querbeet &#187; FAZ</title>
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		<title>Das digital gedruckte Wort und seine Auswirkungen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:16:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Buchdruck]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche ist die beste Erfindung aller Zeiten? "Das Internet!" möchte man rufen, ist man begeistert von der Kommunikation von Millionen von Menschen in Lichtgeschwindigkeit. Denn aus diesem Faktor leiten sich die meisten Vorteile des Internets ab. Natürlich auch die Nachteile, die muss man nicht verschweigen. Es ist ein bisschen wie mit der Globalisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche ist die beste Erfindung aller Zeiten? &#8220;Das Internet!&#8221; möchte man rufen, ist man begeistert von der Kommunikation von Millionen von Menschen in Lichtgeschwindigkeit. Denn aus diesem Faktor leiten sich die meisten Vorteile des Internets ab. Natürlich auch die Nachteile, die muss man nicht verschweigen. Es ist ein bisschen wie mit der Globalisierung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-130 aligncenter" title="Aletter" src="http://www.querbeet-deluxe.com/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/Aletter.jpg" alt="" width="200" height="120" /></p>
<p>Dagegen? Meinetwegen, aber ich persönlich halte zum Beispiel das tägliche Aufgehen der Sonne für ungesicherter als die Fortsetzung der Prozesse Globalisierung und Verbreitung des Internets. Mitgestaltung, darauf muss es ankommen. <strong>Nur wer sich in Prozesse hineindenkt und sie begreift, wird die Position erlangen sie zu prägen.</strong></p>
<h3><strong>Das Internet will benutzt werden<br />
</strong></h3>
<p>Auch, und in ganz besonderem Maße das Internet erfordert ein Hineindenken. Sogar eher ein Hineinfühlen, also ein aktives Benutzen. Denn täglich ändert sich etwas, dauernd gibt es etwas neues, und nicht alles davon ist gut &#8211; einiges aber ist brilliant. Somit ist bei der &#8220;Nutzung&#8221; des Internets für jeden die Frage: &#8220;<strong>Wie viel kann/will ich ausprobieren?</strong>&#8220;, und daraus resultierend &#8220;<strong>Wie schnell profitiere ich von Vorteilen?</strong>&#8220;.<span id="more-118"></span><br />
Ein Extrem kommuniziert also z. B. über eine Plattform, die (noch) fast niemand kennt, während das andere Extrem sich nun gerade eben sicher ist, dass eine Mailadresse eine lohnende Sache ist.</p>
<p>Was ich damit sagen möchte: Jeder hat eine Balance zwischen &#8220;Nutzen&#8221; und &#8220;(noch) nicht nutzen&#8221; im Umgang mit dem Internet, das ergibt sich zwangsweise. <strong>Das Problem liegt darin, dass viel zu viele Menschen ihre Urteile und Schlussfolgerungen daraus über &#8220;das Internet&#8221; nicht in diesen Kontext stellen. </strong></p>
<p>Ein Beispiel: Twitter. (Natürlich Twitter, was sonst, bitte trotzdem nicht weglaufen, auch wenn Twitter eine inflationäre Berichterstattung erfährt.)<br />
Twitter ist so ein tolles Beispiel, weil man es beim Angucken vollkommen anders ist als beim Benutzen. Möchte man sich &#8220;Twitter mal angucken&#8221;, was tut man? Richtig, man geht auf die Twitter-Seite einer Person die man persönlich kennt, oder auf die einer prominenten Persönlichkeit. Was sieht man?</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_124" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-thumbnail wp-image-124  " title="ivenTw" src="http://www.querbeet-deluxe.com/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/ivenTw.jpg" alt="Ivens Twitterpage am 1.7." width="400" height="425" /><p class="wp-caption-text">Ivens Twitterpage am 1.7.</p></div>
<p>Richtig, die Tweets einer einzelnen Person, die weder qualitativ hochwertig (Nein, Ivens meine ich damit nicht ;-)) noch inhaltlich relevant für den &#8220;Twitter anguckenden&#8221; Betrachter sind.<br />
Das ist in so ziemlich jedem Punkt etwas anderes als das, was man bekommt, wenn man Twitter benutzt. Denn hier sucht man sich aus, wessen Informationen man erhalten möchte, und je nachdem wie gut man dies tut, sind die Informationen sehr relevant, um nicht zu sagen: 100% personalisiert.<br />
Selbst Tweets zu tätigen ist im Prinzip etwas ganz anderes: Nicht jeder, dessen Infos ich erhalte, findet meine weiterempfohlenen Links interessant. Followen und gefollowed werden sind zwei Paar Schuhe; und Überschneidungen sind meistens da vorhanden, wo eine persönliche Bekanntschaft der Twitternutzer vorliegt.</p>
<p>Dies alles jedoch erschließt sich kaum durch</p>
<blockquote><p>Der Internetdienst &#8220;Twitter&#8221;, bei dem Nutzer in 140 Zeichen Belangloses und kuriose Erlebnisse verbreiten&#8230;</p></blockquote>
<p>-artige Zeitungsartikel, die von Internetausdrucker-Redakteuren geschrieben werden.</p>
<h3><strong>Der Burda</strong></h3>
<p><strong>So ist es geboten, auf den Hubert Burda in Ihnen, liebe Leser</strong> (<em>hiermit sind ganz selbstverständlich</em> (deutsche Grammatik und so) <em>auch Leserinnen gemeint</em>) <strong>Acht zu geben!</strong> Dies ist nämlich erforderlich, um einer Ansprache wie <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5A9CAF508685453EB782013BE79E9C91~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Herr Burda sie in der FAZ hält</a>, zu begegnen und sich von den Argumenten nicht einwickeln zu lassen.</p>
<blockquote><p>Onlinewerbung funktioniert. Aber sie landet vor allem bei Suchmaschinen wie Google oder Yahoo. Dort werden online weit höhere Umsätze erzielt als mit den Websites der Verlage.</p></blockquote>
<p><em>&#8220;Oh, wie unfair!&#8221;</em> &#8211; könnte man denken. Hält man sich allerdings vor Augen, dass Verlage anscheinend unfähig sind, ein eigenes Geschäftskonzept zu entwickeln, entfährt es einem eher <em>&#8220;An WELCHER Stelle ist das mein Problem?&#8221;</em>. Die panikartige, gewollte Bewahrung des Status Quo, die Herr Burda sich durch den Staat erhofft, erklärt und <a href="http://netzwertig.com/2009/07/01/innovationspsychologie-warum-der-umgang-mit-disruptionen-so-schwierig-ist/">beleuchtet netzwertig.com in einem ganz fulminanten Artikel</a>.</p>
<p>Kurz eingeschoben: Die Debatte um Burdas Pamphlet wird in <a href="http://netzpolitik.org/2009/hubert-burda-und-das-leistungsschutzrecht/">diesem</a> Beitrag auf netzpolitik.org durch Links und Zitate gut zusammengefasst.</p>
<p>Doch möchte ich noch den Boden schlagen von der Psyche vermeintlicher gesellschaftlicher Eliten zum Ausgangspunkt dieses Blogposts: Das Internet ist doch nicht die beste Erfindung aller Zeiten, sondern die Schrift (fasst man die Sprache als biologisch gegeben auf).<br />
<strong>Und genau wie der Buchdruck hebt das Internet die Verfügbarkeit von Schrift und somit Information auf eine für seine Zeit revolutionäre Stufe.</strong></p>
<p>Es muss auffallen, dass Herr Burda sowie Teile der Bundesregierung (Allen voran natürlich Zensursula und &#8220;Es macht mich schon sehr betroffen&#8221;-Gutti) offensichtlich Angst vor dem Internet haben. Warum?<br />
Hier greife ich die Perspektive von <a href="http://www.perlentaucher.de/blog/46_die_vierte_gewalt_ist_jetzt_im_netz">perlentaucher.de</a> auf: Der Grund ist ganz offensichtlich, dass Verlage (zurecht) um ihren Gewinn bannen, und &#8220;irgendjemanden&#8221; (einen Kulturstaatsminister z. B.) unter Druck setzen, etwas dagegen zu tun.</p>
<p>Es bangt jemand um seine Position. Ganz wie in den Prozessen der Aufklärung und der Industrialisierung, die ohne die Verbesserung der Drucktechnik so nie stattgefunden hätten. Natürlich ist der Feind nicht in erster Linie &#8220;der Pöbel&#8221;, sondern Google&#8230; aber die genaue Sezierung des Vergleichs beansprucht einen eigenen Artikel ;-)</p>
<p>Ein Schelm, wer den Ruf nach dem Staat zur Rettung des Verlagswesens im Zusammenhang mit der aktuell angestrebten staatlichen Zensurinfrastruktur sieht. Um diese zu verhindern muss wohl das Bundesverfassungsgericht seinen Job wieder machen und den Gesetzgeber an die Grundrechte erinnern.</p>
<p>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, bleiben Sie Querbeet gewogen.</p>
<p><em>Diesem Artikel liegt ein Gedanke zugrunde, der auf netzwerig.com in einem schönen Artikel formuliert wird: <a href="http://netzwertig.com/2009/06/09/von-digitalen-missionaren/">Von digitalen Missionaren</a></em></p>
<p><em>Update:</em> Da fällt mir doch grade wieder auf, dass sich einige hier geäußerte Gedanken schon im Ansatz auf &#8220;Blogtsssssss&#8221; finden: <a href="http://blogts.wordpress.com/2009/05/03/gepixelt-oder-gedruckt/">Gepixel oder gedruckt?</a></p>
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