Von Timm am 7. September 2009
Unter www.internet-manifest.de haben Journalisten, Blogger bzw. Spitzen des Online-Journalismus einen Schriftsatz veröffentlicht, der einen Meilenstein in der Debatte um die Zukunft des Journalismus darstellt.
Hier ist der heiße Brei:
Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
Veröffentlicht in Netz | Tagged Manifest, Qualitätsjournalismus, Web 2.0
Von Timm am 29. Juli 2009
Der Artikel heißt Booting Up Baghdad: Tech Execs Take a Tour in Iraq und wird von einem guten Titelbild (diesem hier) geziert.
Es karikiert schon das, was der geübte Leser nach dem Lesen der Überschrift von dem Artikel erwartet: Die CEOs von westlichen Internet-Edel-Unternehmen werden aus irgendeinem PR-Anlass zu einem “Urlaub” ins Krisengebiet geholt. Diese Annahme liegt einfach in der Luft, und der Artikel hat die Aufgabe, die Kritik aus dem Titelbild zu entkräftigen. Dies weiß der Leser bereits nach dem bloßen Lesen der Überschrift.
Natürlich schafft es Steven Levy ohne weiteres, alle aufkeimenden Erwartungen an den Artikel zu erfüllen.
Es wird beschrieben, wie ein Mitarbeiter des State Department CEOs verschiedener Internetfirmen in den Irak eingeladen hat, und diese dort ankommen. Sie treffen verschiedene Menschen. Beamte, Studenten, Professoren, es gibt produktive, unproduktive und ernüchternde Gespräche.
Veröffentlicht in Netz | Tagged Aufbaustrategie, Infrastruktur, Irak, Journalismus, Qualitätsjournalismus, State Department, Steven Levy, Web 2.0, wired, Wirtschaft
Von Timm am 28. Juli 2009
Infos, nach denen man sucht, die einem also nicht zufliegen, findet man im Internet. Daher ist für die tägliche Informationsbeschaffung, den schnellen Überblick, das Internet viel eher geeignet.
Wer sich Abends um 22:30 Uhr online informiert, findet morgens in seiner Tageszeitung keine bahnbrechenden Infos, zumindest nicht ohne lang danach zu suchen. Diesen Wandel bringt das Internet mit sich, damit muss man sich abfinden.
Wired.com bietet die Inhalte des Hefts kostenlos – das aber trotzdem Absatz findet. Ich habe den Spiegel, aus dem ich grade zitiert habe, in der Printausgabe hier. Denn schon mehrfach habe ich festgestellt: Es lohnt sich. Nicht nur, weil die Artikel erst später auf Spiegel Online verfügbar sind, sondern wegen der sehr guten Qualität des Heftes. Große, lang recherchierte Stories, sind nichts, was man am Bildschirm liest. Damit man sie aber überhaupt liest, müssen sie gut sein. Und vor allem können eher Magazine mit längeren Veröffentlichungsintervallen das bieten, was das Internet noch “übrig lässt”.
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